Neue Rattengift-Regeln/Rechnen sich Tierwohlställe?/Haltungskennzeichen wird eng/NRW-Besonderheit bei Stichtagsregel
Shownotes
Unser Agrarbriefing für die Kalenderwoche 17/2026. Die Themen:
- Neue Rattengift-Regeln
- Rechnen sich Tierwohlställe?
- Haltungskennzeichen wird eng
- NRW-Besonderheit bei Stichtagsregel
verfasst von Patrick Liste, Chefredakteur beim "Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben", vorgelesen mithilfe von KI.
Transkript anzeigen
00:00:00: Ihr hört Landwirtschaft in NRW, eure wöchentliche Dosis Agrar-Wissen.
00:00:05: Hier erfahrt ihr in wenigen Minuten was für Landwirte aus NRW in dieser Woche wichtig ist verfasst von Wochenblatt Chefredakteur Patrick Liste vorgelesen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz.
00:00:16: Diese Woche geht es um Rattengift, Tierwohlstelle Haltungskennzeichen und Ackerstatus.
00:00:22: Stichtag Viele Infos starten wir.
00:00:26: Seit Monaten läuft die Diskussion über eine Gesetzesverschärfung.
00:00:29: Ende dieser Woche greift sie.
00:00:31: Privatpersonen ohne Sachkunde können frei verkäufliche Produkte zur Schadenagerbekämpfung der ersten Generation nur noch bis zum fünfundzwanzigsten April im Handel kaufen.
00:00:42: Wer im privaten Haushalt Rattengift hat, muss es bis zum zweiundzwanziger Oktober zwei tausend sechsund zwanzig aufbrauchen.
00:00:49: Aber auch Landwirte sind betroffen.
00:00:51: Ab dem ersten Juli ist die sogenannte befallsunabhängige Dauerbeköderung verboten, gemeint es damit das dauerhafte und vorbeugende Auslegen von Blutgerinnungshemmern – bisher ist das beispielsweise mit roten Tiziden gängige Praxis auf vielen Betrieben – dass es künftig nur noch mit nachgewiesenem und dokumentierten Befall erlaubt!
00:01:10: Der heftigste Einschnitt für Landwirter dürfte allerdings sein der Sachkunde-Nachweis Pflanzenschutz reicht künftig nicht mehr aus, damit Sie Rattengift kaufen und auf Ihren Betrieben anwenden dürfen.
00:01:22: Dazu ist ab spätestens, den Juli von der letzten Zeit, ein Sachkunde-Nachweis nötig.
00:01:28: Wo und wie Landwirte diesen erlangen können?
00:01:30: Ist derzeit noch nicht klar!
00:01:32: Die Diskussionen dazu laufen bereits – das sorgt für reichlich Zündstoff.
00:01:36: in der Branche hat meine Kollegin Rebecca Kopf in ihrer umfangreichen Recherche herausgefunden.
00:01:42: Sie hat dabei auch mit Philipp Gersmann gesprochen.
00:01:45: Der Schweinehalter aus Enigalo im Kreis Warendorf, hat sich bereits gewappnet.
00:01:50: Bereits vor zwei Jahren hatte er die Rattenbekämpfung an einen professionellen Shadlings-Bekämpfer übergeben.
00:01:56: Mit dem Blick von außen habe er den Betrieb so unattraktiv gemacht, dass die Schadenager gar nicht erst kommen?
00:02:02: Im Außenbereich hat er dann auf giftfreie Bekämpfe mit speziellen Fallen umgestellt.
00:02:07: Den Schadenagerdruck kontrolliert er digital per App.
00:02:11: Das könnte auch ein Weg für andere Landwirte sein, meint Gersmann.
00:02:15: Die Diskussionen über die Haltungsformen drei und vier ebben nicht ab.
00:02:20: Tatsächlich denken etliche Landwirten, die bislang einen konventionellen Schweinestall der Haltungsstufe eins oder zwei haben, über den Um- oder Neubau zu höheren Haltungsstufen nach.
00:02:30: Denn der deutsche Lebensmittelhandel macht Druck in diese Richtung!
00:02:34: Doch die Entscheidung sollte gut überlegt sein, sagt Wilfried Brede vom Service Team Alsfeldt Denn Landwirte müssen dafür viel Geld in die Hand nehmen.
00:02:42: Der Berater hat das einmal konkret berechnet, und zwar anhand tatsächlicher Erlöse- und Kosten.
00:02:48: Zusammengefasst zeigt sich Die notwendigen Mindesterlösen zur Deckung aller Kosten liegen zwischen ein Euro siebenundachtzig pro Kilogramm Schlachtgewicht Inhaltungsstufe zwei und zwei Euro dreiunddreißig pro Kilgramm Inhaltungstufer vier Sofern der Landwirt noch die Förderungen aus dem Bundesprogramm BUT nutzen kann.
00:03:08: Ohne investive Förderung sind sogar zwei Euro, zwei und dreißig pro Kilogramm in Haltungsform drei und zwei Euro.
00:03:15: Sechsundvierzig pro Kilo in Haltung form vier erforderlich.
00:03:19: die Berechnungen für Haltung Form Fünf Bio ergibt einen Mindesterlös von Vier Komma Drei Neun Beziehungsweise Vier Kommer sechs Null Euro pro Kilgramm.
00:03:28: In der Ökohaltung ist das Preisniveau aber insgesamt höher.
00:03:31: Brede sagt Die Entscheidung für oder gegen eine Investition ist letztlich eine Frage des unternehmerischen Risikos.
00:03:40: Risiko behaftet scheint auch die Wette zu sein, ob die Änderungen zum Tierhaltungskennzeichengesetz tatsächlich dieses Jahr kommen und die Novelle zum ersten Januar.
00:03:49: zwei Tausend siebenundzwanzig greift.
00:03:51: Denn vergangene Woche gab es eine neue Kapriole Das Bundeswirtschaftsministerium hat Einwände gegen die Pläne des Agrarministeriums angemeldet und die Ressortabstimmung ausgebremst.
00:04:03: Am Freitagabend gab es dann doch plötzlich grünes Licht, aus dem Wirtschaftsministerium hin – der Prozess läuft somit weiter!
00:04:10: Doch zentrale Streitpunkte wie der Außer-Haus-Verzehr und die Einbeziehung ausländischer Ware bleiben weiter ungelöst, moniert der westfälisch-lippische Landwirtschaftsverband WLV.
00:04:22: angesichts des extrem engen Zeitplans bis Ende des Jahres fordert der Verband den Fokus auf eine klare und tragfähige Lösung zu legen.
00:04:30: Nur ein vollumfängliches und praxistauglich umsetzbares Gesetz bietet einen echten Mehrwert für die deutsche Tierhaltung.
00:04:37: Ein Gesetz, das lediglich Teilbereiche des Marktes erfasst oder in der Praxis nicht umsetztbar ist lehnt der WLV ab.
00:04:46: Es gefährdet die Akzeptanz sowie die Zukunft der Betriebe.
00:04:49: Ob die Novellierung im Laufe des Jahres noch klappt ist offen.
00:04:53: Im Kommentar greife ich auf was viele Tierhalter denken.
00:04:56: Berlin findet zwar anerkennende Worte für die Nutztierhaltung in Deutschland, aber Taten folgen nicht.
00:05:03: Nicht beim Haltungs-Kennzeichen!
00:05:04: Nicht beim Baurecht!
00:05:06: Nicht bei der Tierwohlförderung!
00:05:08: Nicht im Düngerecht!
00:05:09: Und das seit Jahren – obwohl Lösungen auf dem Tisch liegen?
00:05:13: Das frustriert und schwächt die
00:05:15: Nutztierhaltung?!
00:05:17: Zum Abschluss blicken wir auf den aktuellen Agrarantrag.
00:05:20: Diesen müssen Landwirte bis zum fünften Mai abgeben und wissen, ob eine Fläche als Acker oder Grünland gilt.
00:05:27: Doch die Regierung ist mit der Vereinfachung beim Ackerstatus im Verzug.
00:05:31: EU- und Bundesregierung hatten pragmatische Lösungen versprochen – damit sie gelten braucht es Verordnungsentwürfe aus dem Bundesagrarministerium, denen Kabinett und Bundesrat zustimmen.
00:05:43: Besonders drängend ist Klarheit beim Ackerstatus!
00:05:46: Um den Verlust des Ackerstatus und unnötiges Umbrechen von Ackergras zu vermeiden, sollten Landwirte ab im Jahr zwölf Jahre über eine neue Stichtagsregelung Rechtssicherheit erhalten.
00:05:58: Danach sollen Flächen, die am ersten Januar als Ackerland galten, Akkerland bleiben und nicht automatisch zur Dauer Grün-Land werden.
00:06:07: Noch steht diese Verabschiedung aber aus – doch selbst wenn der Bund die Stichtagregelungen für den Ackerstatus in den nächsten Wochen voranbringen sollte Können Landwirte in Nordrhein-Westfalen davon nicht vollumfänglich profitieren?
00:06:20: Denn in NRW steht der Dauergrünlandschutz aus dem Naturschutzgesetz, der Anwendung der Stichtagsregelungen noch entgegen.
00:06:27: Um das mit dem aktuellen GAP Förderrecht in Einklang zu bringen hat das NRW Umweltministerium einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht.
00:06:37: Das muss der Landtag aber erst noch beschließen.
00:06:40: Zum Abschluss wichtige Infos.
00:06:42: kurz und knapp DMK Steigert Umsatz.
00:06:45: Das Deutsche Milchkontor hat das Geschäftsjahr-Zweitausendfünfundzwanzig positiv abgeschlossen, die Fusion mit Arla ist noch in der Prüfung.
00:06:53: Gegenwind für erneuerbare Energien?
00:06:55: Gesetzesnovellen sollen den Ausbau der Erneuerbaren Energien neu steuern – doch die Branche ist unzufrieden.
00:07:03: Weniger Schadholz, weil deutlich weniger Schad Holz angefallen ist, sank der Holzeinschlag in Deutschland auf siebenundfünfzig Komma drei Millionen Kubikmeter.
00:07:13: Das ist auch für NRW Waldbesitzer ein positives Signal!
00:07:17: Landesgartenschau in Neuß, eine brachliegende Rennbahn in Neus hat sich ruckzuck in eine Naherholungszone verwandelt und bietet Besuchern als Landesgartenschau noch bis Oktober spannende Einblicke.
00:07:30: Das war's für heute bei Landwirtschaft in NRW.
00:07:33: Herzlichen Dank fürs Zuhören!
Neuer Kommentar